Streetwork - Sprayerprojekt

Am 07.05.17 wurde das neue Streetworkmobil umgestaltet. Mit der Unterstützung vieler Jugendlicher und dem Künstler Kai "Semor" Niederhausen wurde aus einem gewöhnlichen Wohnmobil das "Steeves" - ein mobiler Treffpunkt mit Wiedererkennungswert. Ein Jahr lang mussten die Streetworker ohne das Mobil auskommen, was die Arbeit vor allem in den kalten Wintermonaten erschwerte. Seitdem das alte Wohnmobil, vollkommen durchgerostet, stillgelegt wurde, hat es einige Zeit gedauert, bis Spendengelder gesammelt und dann auch ein passendes Fahrzeug gefunden wurde.

Die Streetworker Jessica Linden und Klaus Grätz vom Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen in Sankt Augustin e.V. sind froh darüber, dass nun endlich wieder eine mobile Anlaufstelle für die Jugendlichen aus dem Stadtgebiet existiert. Ausgestattet mit Spiel- und Freizeitmaterial, einer kleinen Teeküche und allem was man für eine gute Beratung braucht, kann es jetzt mit tollen Angeboten für die Jugendlichen weitergehen.

Do it Yourself Mädchencafé

Mehr Informationen dazu gibt es hier auf unserer Seite.

Medienprojekt

 

Gefährlich oder herrlich?  Das Leben als digital natives“

 

 

Unter diesem Titel findet als Kooperationsprojekt des Jugendhauses Hotti der kath. Kirche in Menden und des Mädchenarbeitskreises des Vereins  zur Förderung der städtischen  Jugendeinrichtungen in Sankt Augustin e.V. und der Stadt Sankt Augustin vom  07.02. bis zum 10.02. ein Medienprojekt mit Schülerinnen und Schülern der 7. Klassen

der Gesamtschule Sankt Augustin Menden statt.

 

 

Nichts hat die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen in den beiden letzten Jahrzehnten im Vergleich zu „früher“ vermutlich so grundlegend und nachhaltig verändert wie die Entwicklungen, die sich im Bereich der elektronischen Medien und den damit verbundenen Kommunikationsmöglich-keiten vollzogen haben – und immer noch vollziehen.

Handys, Smartphones und Computer mit einem inzwischen fast allen zugänglichen Internet verändern und erweitern die Möglichkeiten der universellen Kommunikation so fundamental und anhaltend – zwar nicht nur für Heranwachsende, aber für diese ungleich selbstverständlicher, und vor allem von Anfang an, als „Digital Natives“, also ohne eigene Differenzerfahrung.“                        (siehe 14. Kinder- und Jugendbericht / S. 55)

 

 

Diese Entwicklung, die der 14. Kinder- und Jugendbericht unter dem Punkt „Kindheit im Wandel“  als eine der größten Veränderung im Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen heute beschreibt, ist  auch in der pädagogischen Praxis offensichtlich und allgegenwärtig. Seit dem massiven Aufkommen der Smartphones ist es möglich, auch unterwegs „online“ zu sein und - egal  wo- mit allem und allen vernetzt zu sein und zu bleiben.

 

Das Smartphone ist aus dem Leben der Jugendlichen nicht weg zu denken. Es ist immer „am Kind/ Jugendlichen“. Es ist  allumfassendes Kommunikationsmittel (als Telefon, per SMS, in Netzwerken (Facebook, Whats App , Twitter usw.), Musiksammlung, Fotoalbum, Tagebuch, Bühne, nicht zuletzt Statussymbol, Lifestyle und noch vieles mehr.

 

Um diesen Veränderungen  im direkten Austausch mit den Jugendlichen auf den Grund zu gehen, hatten  die Pädagoginnen des Mädchenarbeitskreise Sankt Augustin, bestehend aus der städtischen Jugendberufshilfe und den Pädagoginnen des Vereins zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen in Sankt Augustin e.V.. gemeinsam mit dem Jugendhaus Hotti ein Medienprojekt entwickelt..

 

Ziel des Projektes ist die Unterstützung von Jugendlichen auf ihrem Weg zu einem informierten, kompetenten, selbstverantwortlichen und kritischen Mediennutzer.

 

Neben dem Abgleich der unbestreitbaren Möglichkeiten sollte über kritische Themen, Grenzen und Gefahren der Medienwelt informiert werden.

 

Darüber hinaus  möchten die Pädagogen  aber einen  Prozess von gegenseitigem Austausch und Lernen anstoßen und die tatsächliche Mediennutzung und –kompetenz der Jugendlichen abfragen und einschätzen.

Ergebnisse des Workshops mit den Mädchen; Mädchenarbeitskreis Sankt Augustin

 

 

 

Willkommen in deiner neuen Stadt Teil II

Unter dem Motto "Willkommen in deiner neuen Stadt" führte der Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen in Sankt Augustin e.V. 2015 in einer seiner Kinder-und Jugendeinrichtungen, der Stadtteilwohnung Niederpleis, ein innovatives Integrationsprojekt durch. Realisiert werden konnte dieses Projekt durch die am 15.05.2015 bewilligten Mittel der LVR in Höhe von 4274€ zzgl. 785€ Eigenanteil des Vereins.

Das Projekt richtete sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 5-15 Jahren, welche nicht länger als ein Jahr in Deutschland leben. Die meisten von ihnen sind Nordafrikaner, die über Spanien nach Deutschland eingereist sind und somit einen doppelten Migrationshintergrund haben. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, aber auch die dazugehörige Elternarbeit, war aufgrund fehlender Deutschkenntnisse häufig nur mit Hilfe von Dolmetschern möglich.

Genau hier setzte das Projekt an. In Kooperation mit einem Sozialwissenschaftsleistungskurs des benachbarten Gymnasiums wurde unter Anleitung der hauptamtlichen Sozialpädagogin  ein sozialpädagogisches Gruppenangebot speziell für diese Zuwanderer konzipiert. Die SchülerInnen des Gymnasiums erarbeiteten gemeinsam mit der Leitung ein Freizeitprogramm , welches den Kindern und Jugendlichen ihre neue Umgebung, mit ihren gesellschaftlichen und kulturellen Eigenheiten näherbringen sollte.  Spielerisch wurden die Kinder und Jugendlichen ermutigt, die deutsche Sprache in ihrem Alltag zu nutzen. Gemeinsame Exkursionen in die Umgebung, Stadterkundungsralleys sowie der Besuch von relevanten Einrichtungen gehörten genauso zum Programm  wie eine gezielte schulische und sprachliche Förderung. Ziel dieser Gruppenphase war es ebenfalls, dass die Gymnasiasten und die Zuwanderer sich kennen und vertrauen lernen. Hierzu gehörten gemeinsame Gespräche über Heimat, Kultur, Lebensweisen und Religion. Die Kinder und Jugendliche sollten sich willkommen und angenommen fühlen und lernen ihr „Anderssein“ als Bereicherung zu sehen und nicht nur als ein Manko, mit welchem man auf Ablehnung stößt. Diese positiven Erfahrungen sollten zu einer besseren Integration beitragen.

Die Kerngruppe des Projekts bestand aus 12 Kindern und Jugendlichen. Die Förderstunden waren in erster Linie dem deutschen Spracherwerb und der Weiterentwicklung des Wortschatzes gewidmet. Die Sprache ist mit das wichtigste Instrument, das Menschen haben, um Wissen aufzunehmen, zu verarbeiten und mit anderen Menschen zu kommunizieren. Je sicherer Kinder und Jugendliche in deren Umgang sind, desto leichter fällt ihnen das Eingewöhnen in die neue Umgebung und die Integration in ihren Altersgruppen. Wer die Landessprache gut beherrscht, kann seine Gedanken und Wünsche besser äußern, wird besser verstanden und kann persönliche Grenzen aufzeigen. Für die konzipierten Förderstunden wurden die Kinder und Jugendlichen in vier nach Alter gestaffelten Gruppen unterteilt. Die ersten beiden Gruppen umfassten die Alterspanne von 5-9 Jahren und die anderen beiden die Altersgruppe der von 10-15jährigen. Die Förderstunden wurden dann gruppenspezifisch einmal in der Woche jeweils eine Zeitstunde durchgeführt. Inhaltlich waren die Stunden in verschiedene Themenkomplexe unterteilt. Diese umfassten unter anderem die Themen „Wer bin ich?“, „Meine Familie“, „Mein Körper“ und „Die Jahreszeiten“. Dazu wurde in den Fördereinheiten mit den Kindern und Jugendlichen themenspezifisch gemalt, gebastelt, gesungen und gespielt. Der Spaß am Lernen stand dabei immer im Vordergrund. Schnell begannen die Kinder ihre neuerworbenen Sprachkenntnisse in der Großgruppe anzuwenden und verloren so nach und nach ihre Außenseiterposition.

Neben dieser sprachlichen Förderung war es der Projektleitung sehr wichtig, den zugereisten Kindern und Jugendlichen die deutsche Kultur und Lebensweise nahe zu bringen. Aus diesem Grund fand neben den intensiven (Allltags-)Gesprächen ein umfangreiches Freizeit- und Ausflugsprogramm statt. So wurde zum Beispiel der Themenkomplex „Ernährung“ durch einen gemeinsamen Einkauf im benachbarten Supermarkt abgerundet. Die Kinder und Jugendlichen setzten ihre bis dahin neu erworbenen deutschen Sprachkenntnisse begeistert ein. Viele Sprachgelegenheiten bot auch der gemeinsame Besuch des Kölner Zoos. Um ihre erworbenen Sprachkenntnisse anwenden zu können, waren ausgewählte Kinder und Jugendliche dafür zuständig die Eintrittskarten käuflich zu erwerben und andere die Bestellung des Mittagessens aufzugeben.

Um den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre nähere Umgebung besser kennenzulernen und gleichzeitig etwas über die deutsche Geschichte sowie kulturelle Eigenheiten zu erfahren, wurde für sie eine spezielle Kinderführung durch Köln organisiert. Mit einer Ralley durch die Stadt konnten sich die TeilnehmerInnen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anschauen und erfuhren viele Hintergrundinformationen. Abgerundet wurde die Stadtführung mit einem gemeinsamen Besuch des Kölner Doms. Dieser stieß bei den Kindern und Jugendlichen auf besonderes Interesse. Obwohl die Besichtigung des Doms auf freiwilliger Basis erfolgte, nahm die Gruppe fast geschlossen daran teil und hörte den Erklärungen interessiert zu. So entwickelte sich eine lebhafte und beeindruckende Diskussion über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Religionen.

Im Laufe des Projektes , insbesondere während der Förderstunden, wurden mit den Teilnehmern sehr oft Gespräche über die Kultur und Traditionen ihrer Herkunftsländer geführt. Hierbei fiel der Projektleitung ein besonderes Interesse der Kinder am spanischen Kastanienfest auf. Aus diesem Grund wurde beschlossen, gemeinsam mit der Zielgruppe ein solches Fest in der Einrichtung vorzubereiten und durchzuführen. In den Förderstunden wurden Rezepte, Lieder und Verkleidungen recherchiert sowie Dekorationen gebastelt, so dass am 30.10. das Kastanienfest in der Einrichtung gefeiert werden konnte.  

Am 31. Oktober besuchten die TeilnehmerInnen des Projektes gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen der Einrichtung den Kletterwald Sayn, um am Halloweenklettern teilzunehmen. Dieses  erlebnispädagogische Programm diente dem weiteren Zusammenwachsen der Gruppe und Integration der TeilnehmerInnen. Sprachlich wurden diese dahingehend gefordert, indem sie die Anweisungen der Trainer verstehen und Folge leisten mussten.

Ein weiteres wichtiges Ereignis war eine gemeinsame Teilnahme am örtlichen Sankt Martins Zug. Vorbereitet wurde dieser Besuch in der davor stattgefundenen Förderstunde. Hier wurden die Bedeutung dieses Feiertages im christlichen Glauben und die dazugehörigen Bräuche erörtert und erklärt.

Den Höhepunkt des Freizeit- und Ausflugsprogramms bildete die Tour nach Düsseldorf am 07.11. Nach der Besichtigung des Fernsehturms nahm die Gruppe die Einladung des Landtages zu einem Mittagsimbiss gern an. Anschließen genossen sie eine exklusive Kinderführung. Angeleitet durch einen Mitarbeiter des Landtages stellten sie eine Plenarsitzung zum Thema „Verkürzung der Jahresferien auf 6 Wochen“ nach. So ist es gut gelungen, den Kindern und Jugendlichen Grundzüge der demokratischen Struktur anschaulich näher zu bringen. Den Abschluss dieses Tages bildete ein gemeinsamer Kinobesuch.

Abschließend plante die Projektleitung einen gemeinsamen Besuch des mittelalterlichen Weihnachtsmarktes in Siegburg und führte diesen am 18.12. durch. Geführt durch den Büttel Molinarius unternahm die Truppe sowohl eine Reise in die Vergangenheit als auch in die weihnachtlichen Gebräuche. Es wurde über der Esse geschmiedet, ein Seil selber gedreht, ein Silberring eigenhändig hergestellt  und zum Abschluss gemeinsam im orientalischen  Teezelt geschlemmt und getrunken.

Im Rückblick auf das Projekt zieht die Projektleitung ein sehr positives Fazit. Durch das gemeinsame Erleben ist es schnell und gut gelungen, die zugereisten Kinder und Jugendlichen in die Stammbesucherschaft und die Einrichtung zu integrieren. Da die Eltern von vornherein durch Anmeldeverfahren und Terminabsprachen stark involviert waren und die Einrichtungsleitung hierbei von Dolmetschern gut unterstützt wurde, ist auf diese Weise der Grundstein für eine vertrauensvolle Elternarbeit gelegt wurden.

Daher sind die Verantwortlichen Kessy Berger und Ute Braun auch äußerst dankbar, dass sie das Projekt auch 2016, diesmal gefördert durch Mittel der EVG (Energieversorgung Sankt Augustin) wieder aufgelegt werden kann. In 2016 werden wir mit der Gruppe einige Theaterveranstaltungen besuchen und Kochabende veranstalten.

Präventionspäckchen

In der täglichen Arbeit stoßen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder auf aktuelle Problemlagen und Fragestellungen, die Kinder und Jugendliche betreffen. diese Fragestellungen werden im Rahmen der Einrichtungen aufgegriffen und so gut wie möglich bearbeitet.

Also eher situativ in Einzel- oder Gruppengesprächen oder „wenn es brennt“, also eine ganz aktuelle

Problemlage vorliegt.

Seit langem wünschen sich die Fachkräfte eine intensivere und strukturierte Auseinandersetzung zu

den wichtigen Präventivthemen.

Aus diesem Grunde entstand die Projektidee, ein universell in jeder der Einrichtungen einsetzbares,

modulares Präventionsprogramm zu entwickeln , zu initiieren und langfristig zu etablieren.

Im Rahmen dieses Projektes soll ein erstes Präventions-Thema zu einem „Päckchen“ aus Modulen,

Methoden, Materialien und Medien erarbeitet, erstellt und „gepackt“ werden.

Als vordergründiges und damit in diesem Projekt zu bearbeitende Thema wurde von den 10 Fach-

kollegInnen die Beschäftigung/ Auseinandersetzung mit politischen und religiösen Ideologien gewählt.

Zeigt sich in der aktuellen Debatte dieses Thema z.B. mit der Salafismusdebatte, mit den Pegidade-

monstrationen, den Hooliganaufmärschen in Köln die gesamtgesellschaftliche Dimension des Themas, stehen dem in unseren Jugendhäusern Kinder bzw. Jugendliche gegenüber, die - auch ob der Bildungsreformen - immer weniger freie Zeit für ihre Identitätsfindung  haben und sich in einer immer unüberschaubarer werdenden „analogen“ und digitalen Welt zurechtfinden müssen. Dabei sind sie eine beliebte Zielgruppe von ideologischen Agitatoren, die mit subtilen, ansprechenden und scheinbar „jugendgerechten“ und oft nicht direkt zu identifizierbaren antidemokratischen Inhalten und Angeboten in beiden Welten beworben wird.

 

Ziele:

Dem soll mit dem Projekt über Information, Aufklärung und die Auseinandersetzung entgegen gewirkt werden.

Das Thema „Auseinandersetzung mit politischen und religiösen Ideologien“ soll umfassend ergründet und bearbeitet werden.

Die praktische Umsetzung in den Jugendhäusern soll Jugendliche informieren,  sensibilisieren und zur Stärkung einer demokratischen Meinungsbildung beitragen.

Mit dem Projekt soll ein jugendgerechtes und  gut einsetzbares  „Handwerkszeug“ entstehen, um eine

regelmäßige, strukturierte und nachhaltige Auseinandersetzung mit Jugendschutzthemen in den Einrichtungen zu ermöglichen.

Es ist ausdrücklich und nachhaltig vorgesehen analog dieses Präventionsthemas  fortlaufend weitere

Themen (Sucht und Drogen, Konsumverhalten, Gewaltprävention, Körper und Gesundheit…) in „Päckchen“

 zu packen und  so schließlich ein vereinseigenes, regionales Präventionsprogramm fertig zu stellen.